Willkommen im Haus des Herrn

  1. Chronik 5, 2 – 5 (6-11) 12 – 14 – Tempeleinweihung

Den für heute… vorgeschlagener Text finden wir in 2 Chronik 5,2 -14. Wir erfahren, wie der Tempel in Jerusalem eingeweiht wird. Das war im Oktober des Jahres 958 v. u. Z. – Ich lese, was geschah  aus 2. Chr. 5 (Neue evangelistische Übersetzung):

1 Schließlich waren alle Arbeiten für das Haus Jahwes vollendet. Da brachte Salomo die Gaben, die sein Vater David Gott geweiht hatte, in die Schatzkammern des Gotteshauses: das Silber, das Gold und all die wertvollen Gegenstände. 2 Dann ließ Salomo die Ältesten von Israel, die Oberhäupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels nach Jerusalem kommen. [Das ganze gleicht einem Staatsakt.] Sie sollten die Bundeslade Jahwes aus der Davidsstadt Zion [= Kern Jerusalems] in den Tempel hinaufbringen. 3 Am Laubhüttenfest, das im Oktober stattfindet, versammelten sich alle Männer Israels beim König. 4 In Gegenwart der Ältesten Israels nahmen die Leviten die Lade 5 und trugen sie zum Tempel hinauf. Auch das Offenbarungszelt [Stiftshütte] und die heiligen Gegenstände, die im Zelt waren, wurden von den Priestern und Leviten hinaufgebracht. 6 König Salomo und die ganze Gemeinschaft Israels, die sich bei ihm vor der Lade eingefunden hatte, opferten eine unzählbare Menge von Schafen und Rindern. 7 Dann brachten die Priester die Bundeslade Jahwes an ihren Platz im hintersten Raum des Hauses, dem Höchstheiligen, unter die Flügel der Cherubim. 8 Die Cherubim hielten ihre Flügel nämlich über dem Platz der Lade ausgebreitet und überspannten damit die Lade und ihre Tragestangen. … 10 In der Lade waren nur die beiden Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, als Jahwe den Bund mit den Israeliten bei deren Auszug aus Ägypten schloss. 11 Dann zogen die Priester aus dem Heiligtum aus. Alle anwesenden Priester hatten sich geheiligt, unabhängig davon, ob sie Dienst hatten oder nicht. 12 Und alle anwesenden Tempelsänger, die Leviten Asaf, Heman und Jedutun mit allen ihren Söhnen und Brüdern, waren in feines weißes Leinen gekleidet und standen mit ihren Zimbeln, Harfen und Zithern an der Ostseite des Altars. Neben ihnen standen etwa 120 Priester mit Trompeten. 13 Als die Trompeter und die Sänger einstimmig begannen, Jahwe zu loben und zu preisen, als der gemeinsame Klang von Trompeten, Zimbeln und den anderen Instrumenten beim Lob Jahwes erklang – „Denn er ist gütig und seine Güte hört niemals auf!“ –, da wurde das ganze Haus, das Haus Jahwes, mit einer Wolke erfüllt. 14 Und die Priester konnten wegen der Wolke nicht hingehen, um ihren Dienst zu tun, weil die Herrlichkeit Jahwes das Haus Gottes erfüllte. (© 2019 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 19.10) www.derbibelvertrauen.de)

Lange hatte es gedauert, bis es soweit war. Bereits König David wollte, dem Gott Israels ein schönes Haus bauen. David wohnte längst in einem königlichen Palast. Die Bundeslade – die kostbare, Gold überzogene und verzierte Truhe mit den Bundesdokumenten, wurde noch immer in einem Zelt – der Stiftshütte – beherbergt.

Die Stiftshütte hatten die Israeliten vor rund 400 Jahren in der Wüste nach Gottes Anweisungen angefertigt. In dem Zelt hatte sich Gott Mose offenbart.

Gott sagte zu David: „Nicht Du sollst mir ein Haus bauen, sondern einer Deiner Nachkommen.“ (1 Chronik 17, 4.11+12) – Eine Generation wartete also schon auf den Bau des Tempels. 7 Jahre wurden für die Bauzeit benötigt.

König Salomo zögerte die Einweihung des Tempels noch 11 Monate hinaus. So konnte sie mit dem Laubhüttenfest kombiniert werden. Das Laubhüttenfest erinnert an das provisorische Leben der Israeliten in der Wüste. Es wird 7 Tage gefeiert. 6 Kapitel im Buch 2. Chronik und 3  im Buch 1. Könige sind der Einweihung gewidmet.

Mit der Tempeleinweihung wird das Zelt der Begegnung durch festes Gebäude abgelöst. Wie geschieht das?

1.) Die Bundeslade wird geholt und an den Ort ihrer Bestimmung gebracht: das Allerheiligste. Dort darf selbst der Oberste aller Priester nur einmal im Jahr hinein – am Versöhnungstag. Die Israeliten hatten die Vorstellung, dass Gott über der Lade thront und von dort aus regiert.

Darauf weisen die kunstvoll gestalteten Cherubim über der Lade hin. Als Engel

dienen sie zu den Füßen des Allerhöchsten. Symbolisch wachen sie über dem, was Gott offenbart hat. Die Tafeln des Bundes mit den zehn Geboten. Das ist Grundlage für das Leben seines Volkes. Er selbst, Gott Jahwe, wird nicht dargestellt. Gott hatte es von Anfang an so angeordnet: „Macht Euch kein Bildnis von mir – denn ich bin der lebendige Gott. Ich begegne Euch immer wieder neu.

2.) Unzählige Tiere werden geopfert. Für uns klingt das vielleicht etwas skurril. – Opfer von Tieren hatte eine tiefe Bedeutung im Geschehen eines Gottesdienstes. Z. B. wurde durch Tieropfer große Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht. Menschen gaben etwa von dem an Gott zurück, das ER ihnen geschenkt hatte.

König Salomo zeigt sich als dankbarer und großzügiger Festherr: Für Gott, für die Priester und für die Festgemeinde. Es megaviel zu essen.

Ist das heute nicht ähnlich, wenn Staatsempfänge und große Feste gefeiert werden? Wenn es keine reinen Vegetarier- oder Veganerfeiern sind, dann wird ordentlich Fleisch aufgetischt. Wie viele Tiere dafür geschlachtet werden, bleibt Geheimnis in irgendeiner Statistik des Planungskomitees.

Der Chronist hat bei der Einweihung des Tempels keine Chance die genaue Zahl zu ermitteln. So zahlreich sind die Dankopfergaben.

3.) Eine großartige Festmusik ertönt: Viele Sänger singen, Trompeten (= Hörner von Schafen & Stieren) u. a. Instrumente erklingen. Es hört sich an, als wenn ein Musiker spielt und nur einer singt – so gut harmonisieren alle miteinander. Ein starker Lob-preis eint die Festgemeinde, überwältigender Wohlklang steigt zum Himmel auf…

Welche Melodien sie gespielt haben…? Das bleibt offen – Jede Generation findet neue Töne und Instrumente, um Worte mit Klängen zu unterlegen. Einige halten sich ein paar hundert Jahre. Andere verlieren sich schnell wieder in der Zeit.

Doch die Botschaft von damals, ist bis heute dokumentiert: „Gott ist barmherzig und seine Güte währet ewig!“ Als roter Faden zieht sich dieses Thema durch die Berich-te und Gebete bei Einweihung: „Gott ist barmherzig und seine Güte währet ewig!“

– Für alles, was wir bisher angeschaut haben, sind die Menschen zuständig – die

Leviten für den Transport, die Pflege und das ordnungsgemäße Aufstellen der Bundeslade. Die Stammesältesten und Fürsten der Großfamilien, sie vertreten offiziell das ganze Volk Israel, alle Städte und Dörfer, bei diesem Staatsakt.

Die Musiker, sie werden namentlich aufgezählt: Asaf, Heman und Jedutun mit ihren Söhnen und Brüdern. Sie haben viele Instrumente in den Händen. Daneben sind die 120 Trompeter. Sie alle zusammen kreieren den Rahmen des Festes. Oder besser gesagt: Sie schaffen in sich & um sich herum die Voraussetzung, dass das Eigentliche geschieht. Die Menschen richten sich auf Gott aus – jubeln IHM mit riesiger Freude zu. Gott freut sich offenbar, wie IHN seine Leute feiern und jubeln.

Dann passiert das Wunderbare: Gott setzt ein Zeichen seiner Gegenwart. Gott zieht in den Tempel ein, erkennbar für jeden. Alle erfahren: GOTT IST HIER. Er steht im Mittelpunkt. + Salomo weiß und bekennt offen im Gebet (1. Könige 8,27): „Selbst der Himmel und das ganze Universum können dich nicht fassen, geschweige denn dieses Haus, das ich gebaut habe!“

Und doch wendet sich Gott spürbar seinem Volk zu. Willkommen im Haus des Herrn! Das gilt für alle, die gekommen sind und mitfeiern. Es gilt aber zu allererst für Gott selbst. Willkommen im Haus des Herrn, heißt: Es ist sein Haus! ER steht an erster Stelle. Gott erscheint – zwar verhüllt, aber er schreibt dabei Geschichte.

Keiner kann erst mal weitermachen. Gott übernimmt die Festagenda und lässt seine Nähe auf alle wirken – wie lange? Eine Zeitangabe fehlt. Auch die lässt sich nicht in Worte fassen. Einfach überwältigend. Die Menschen kommen zum Stillstand. Die Priester können ihre Arbeit nicht mehr tun. Begründung:

Die Gegenwart Gottes erfüllt das Haus! Der Geschichtsschreiber vermerkt: Die Herrlichkeit des Herrn zog ein: majestätisch, unaufhaltsam, undurchdringbar… Ganz klar:  Dies ist der Ort, an dem sich Gott seinem Volk offenbaren will und an dem sein Volk ihn zu verehren hat.

Die Wolke erinnert: so hat sich Gott bereits Mose und dem Volk Israel vor langer Zeit offenbart. Er, der sein Volk Tag und Nacht bewahrt und geführt hat. Er ist auch heute derselbe. Nun schlägt ER an zentraler Stelle im Reich Israel seine Wohnung auf. Gott ist hier. Hier dreht sich alles um ihn:

  • Seine Ehre, sein Name sollen erhoben werden. „Sein Name werde geheiligt!“
  • Seinen offenbarter Wille, ist zu respektieren. Ja, soll immer wieder erfragt, erkannt und umgesetzt werden.
  • Und so soll sich sein Einfluss, seine königliche Herrschaft bis in das Leben des Einzelnen auswirken – auch in Deinem und meinem Leben.

Mich erinnern diese drei Punkte an das Gebet, das Jesus seine Jünger gelehrt hat: Das Vater unser. Darin geht zuerst um Gott, und das wir uns ganz auf ihn ausrichten.

Der Tempel ist für die Menschen – Gott braucht ihn nicht! Aber seine Leute. Als Ort der Begegnung mit Gott unterstütz er die Menschen, zur Ruhe zu finden. Gott zu suchen und nach seinem Willen zu fragen. IHN in großer Gemeinschaft zu loben & zu danken; Und von IHM für das alltägliche Leben gestärkt & ausgerichtet zu werden.

Das ist die Bestimmung dieses besonderen Hauses, der Sinn des Tempels. Nicht die Steine, aus denen er gebaut ist, machen es, sondern die Nähe Gottes. Er berührt die Menschen, die Ihm begegnen wollen. So hat Salomo das auch erlebt. In den Festtagen der Einweihung bekam er die wunderbare Zusage (2 Chronik 7,12-14):

Und der HERR erschien Salomo des Nachts und sprach zu ihm: Ich habe dein Gebet erhört und diese Stätte mir zum Opferhaus erwählt. Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen. (Lutherbibel 2017)

>> Wo ist der Tempel heute? D. h.: Wo richten Du und ich uns ganz auf Gott und seinen Sohn Jesus aus? Wo erleben wir seine Nähe und Herrlichkeit?

Darauf finden wir viele Antworten in der Bibel. Ich fasse jetzt das Wichtigste jetzt kurz zusammen: Als Kinder Gottes, die Gottes Heiligen Geist empfangen haben,

können wir uns überall aus unserem Inneren heraus an Gott wenden.

Mit Gott durch den HG verbunden und gereinigt durch das Blut seines Sohnes, ist jeder, der an Jesus glaubt, Tempel Gottes. Ein Ort der Begegnung zwischen Gott und Mensch. Das entscheidende Merkmal ist Gottes Heiliger Geist in Dir und mir.

In 1 Kor 6,19 bezeichnet Paulus den Körper eines Christusnachfolgers als Tempel des Heiligen Geistes. „Denn Ihr gehört nicht mehr euch selbst, sondern Gott!“ In 1 Kor 3,16 schreibt er „Wisst Ihr nicht, dass ihr alle Gottes Tempel seid!“

Was für den Einzelnen zutrifft, gilt für alle zusammen umso mehr: Die Gemeinschaft der Kinder Gottes, die Gemeinde ist der Ort, an dem Gott Menschen begegnet – auch heute. Deshalb sind wir hier – und hier ist Gott.

Es gibt so viele Möglichkeiten, mit Gott in Verbindung zu kommen und zu bleiben. Es gibt kostbare Bücher darüber. Z. B. Das Buch: Neun Wege Gott zu lieben… Darin wird die Vielfalt gezeigt, wie wir Gott suchen und finden können. Mit dem Ziel: das miteinander in Ergänzung zu leben.

Ich lade Dich und mich jetzt zu einer Zeit der Stille ein. In der können wir uns fragen: Wo sind diese Räume? Wo plane ich Gelegenheit ein, um Gott zu begegnen und seine Herrlichkeit, seine Nähe auf mich wirken zu lassen? Wann und wie gibst Du ihm Raum Dich auf seine Absichten für Dein Leben auszurichten?

Lasst uns am Ende dieser Zeit das Vaterunser beten. Was mit der Tempeleinweihung gefeiert wurde, dass Gott in der Mitte steht, das lasst uns für uns nachvollziehen. Sein Name soll geheiligt werden, seine Herrschaft sich ausbreiten, und sein Wille geschehen. In Deinen und meinem Leben. In unserer Gemeinde, in unserem Land und weltweit. AMEN!