Richtig gut beraten – Jugendsegnung

Jugendsegnung: Richtig gut beraten…

Sketch: Spielpuppen (Supergrobi & Schildkröte Sammy) streiten sich und fangen an zu prügeln …

Jetzt ist guter Rat gefragt. Yannic, Jon & ich haben vor 2 Wochen den Predigttext für heute angeschaut. Schnell stellten wir fest: Da steckt enorm viel drin. Es ist nur ein kurzer Abschnitt aus dem Brief des Paulus an Christen in Rom – Kap. 12.

Im ganzen 12. Kapitel geht es darum, wie sich Kinder Gottes am besten verhalten und miteinander umgehen. Hier finden wir richtig guten Rat. Yannic, Jonathan und ich waren uns einig: Das passt sehr gut zum heutigen Anlass. Richtig gut beraten ist nun unser Thema.

Liebe Jugendlichen, seit gut 14 Jahren seid Ihr stark am Wachsen. Viele haben die Fotos von Euch gesehen. Ein paar Jahre noch, dann seid Ihr erwachsen. D. h.: Ihr seid dann komplett für Euch selbst – und alles was ihr macht – verantwortlich.

Auf dem Weg dahin probiert Ihr vieles aus, sammelt eigene Erfahrungen – sicher viele gute, aber auch schlechte, aus denen Ihr viel lernen könnt. Wie hoffentlich  Sammy & Supergrobi. Wir sind heute hier, um für Euch zu beten, dass dieser Weg gut gelingt:

Dass Ihr Drei zu den Persönlichkeiten werdet, die Gott bereits wunderbar in Euch angelegt hat; dass Ihr als geliebte Kinder Gottes Euren Weg im Vertrauen zu Jesus geht. Das wünschen wir Euch sehr und dazu segnen wir Euch.

Segnen heißt: Wir sprechen Euch Gutes von Gott zu. Seine Nähe, seine genialen Absichten für Euch. Wir erinnern Euch an das, was er versprochen hat. UND: wenn wir Euch segnen, vertrauen wir Euch der liebevollen Fürsorge von Jesus an.

+ Der Segen, den Ihr empfangt ist kein Selbstläufer; ihr könnt ihn nicht wie ein dickes Portmonee einfach in die Tasche stecken, um Euch dann nur bei Bedarf mal das Gewünschte herauszuholen. Gottes Segen ist auch nicht wie ein Fluss, der wie von selbst immer mehr in Euer Leben strömen würde.

Gottes Segen, ist für Euch viel mehr ein Angebot, eine Einladung. Ihr entscheidet selbst, ob ihr annehmt oder ablehnt. Gott zwingt seinen Segen niemandem auf. Wir raten Euch natürlich, Euch ganz nach Christus und seinem Segen auszustrecken.

Wie sich Gottes Segen bei Euch in Zukunft entfaltet, hängt davon ab, ob ihr echt mit JESUS leben wollt.  Wenn Ihr IHM & SEINEM Wort vertraut, seid Ihr wirklich gut beraten.

Einiges findet Ihr wie gesagt in Rö. 12. Am besten Ihr schaut Euch das ganze Kapitel mal in aller Ruhe zuhause an. Wir hören jetzt, was Paulus in Versen 17 – 21 empfiehlt:

17 Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Bemüht euch um ein vorbildliches Verhalten gegenüber jedermann! 18 Soweit es irgend möglich ist und soweit es auf euch ankommt, lebt mit allen Menschen in Frieden! 19 Rächt euch nicht selbst, ihr Lieben, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes! Denn in der Schrift steht: „Es ist meine Sache, das Unrecht zu rächen, sagt der Herr, ich werde Vergeltung üben!“ 20 „Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken! Denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln. 21 Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten!“

Das sind starke & tiefsinnige Worte, oder?

1.) Lebt als gute Vorbilder für jeden.

2.) Lebt mit allen Menschen in Frieden – jedenfalls soweit es an Euch liegt. – Wenn einer immer wieder Zank und Streit sucht, gibt es keine schnelle Lösung. Ihr werdet vermutlich solche Menschen & Situationen erleben – vielleicht kennt Ihr sie auch schon. Geduld & viel Weisheit sind da gefragt – manchmal hilft nur großer Abstand.

Paulus schlägt noch etwas anderes vor:

3.) Vergeltet niemandem Böses mit Bösem, sondern überwindet das Böse mit Gutem! = Das ist der Hauptgedanke in diesem Text – ein richtig guter Rat für Euer Leben. Beide Ideen kommen von Gott. ER ist unbegreiflich weise. Bereits im Alten Testament & auch bei Jesus finden wir sie.

Vergeltet niemandem Böses mit Bösem, sondern überwindet das Böse mit Gutem! Das sehen wir uns genauer an.

  1. a) „Vergeltet niemandem Böses mit Bösem“ bedeutet: Verzichte auf Vergeltung und räche Dich nicht! – Obwohl wir ja genau das manchmal am liebsten tun würden: Dem anderen mal richtig eins auswischen, weil er uns reingelegt oder beleidigt hat.

+ Ich war mal sehr sauer auf meinen älteren Bruder und habe kräftig nach ihm ausgeholt. Ich traf seinen kleinen Finger, der war sofort angebrochen…  – Ihm tat es richtig weh und mir sehr sehr leid. Ich wollte es gern rückgängig machen, aber er brauchte erst mal einen Gips – wenn ich mich richtig erinnere.

Wenn wir vergelten, wird der Schaden, nur größer (Sammy & SupG). Deshalb steht es uns nicht zu, zu vergelten. Gott, der Vater im Himmel, wird sich darum kümmern; eines Tages, so wie es wirklich angemessen & gerecht ist vor IHM. Das zu wissen, kann Dich und mich sehr erleichtern. Wir sind aufgefordert:

  1. b) Überwinde das Böse mit Gutem. >> Wie das geht?

Paulus schreibt gleich, wie das konkret werden kann: Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen; wenn er Durst hat, gib ihm zu trinken! Er zitiert aus den weisen Sprüchen Salomos. Dort steht noch: Wenn Du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.

>> Damit seine Haare verbrennen und er gequält wird…? – Ich verstehe die feurigen Kohlen bildlich. Ein solches Verhalten wird den Feind nicht unberührt lassen, es wird ihn verwundern und zum Nachdenken bringen.

Unser Freund Jonathan aus Westafrika hat genau das erfahren. Er wurde in eine streng muslimische Familie hineingeboren. Sein Vater war ein wichtiger Dorfältester. Eines Tages begegnete Jesus dem Vater von Jonathan im Traum. Die beiden redeten lange miteinander.

So lernte Jonathans Vater Jesus kennen. Er entschied sogleich Jesus nachzufolgen. Die Familie war völlig überrascht, als ihr Vater erzählte, was mit ihm geschehen war.

Einige seiner Kinder glaubten auch an Jesus und folgten ihm. Jonathan war absolut dagegen, er hasste jetzt seine Familie, weil sie Christen geworden waren. Einen seiner Brüder wollte er sogar töten. Das misslang, Gott sei Dank!

Jonathan rechnete damit, dass seine Familie ihn hassen würde, für das, was er getan hatte. Aber sein Vater und seine Geschwister begegneten Jonathan freundlich und liebevoll. Das irritierte Jonathan sehr. Er spürte die enorme Kraft der vergebenden Liebe Gottes.

Sein Herz wurde mit der Zeit weich. Er las selbst heimlich die Bibel, bis er überzeugt war: Jesus lebt wirklich. Er ist der einzig wahre Retter & Sohn Gottes. Auch Jonathan wurde Christ, erst ganz geheim – aber seine Leute spürten es bald.

Jonathans Familie hat seinen zerstörerischen Hass durch Liebe überwunden. Ein bewegendes Beispiel aus Sicht des Feindes, der durch Liebe für Jesus gewonnen wurde.

>> Doch wie kann es Gotteskindern gelingen, dem Hass, der ihnen entgegenkommt, mit Liebe zu begegnen?

Auch dazu gibt es sehr krasses Beispiele. – Ihr, lieben Jugendlichen habt Freitagabend den Film „Die Zuflucht“ gesehen: Die bewegende Geschichte von Corrie ten Boom und Ihrer Familie.

Die ten Booms lebten Anfang des 20. Jahrhunderts in Haarlem, Holland. Sie betrieben ein Uhrmachergeschäft. Während des zweiten Weltkriegs kamen deutsche Nazis dorthin. Die ten Booms waren Christen mit starkem Gottvertrauen.

Sie halfen Juden und anderen Verfolgten bei der Flucht vor den Nazis. In ihrem Haus richteten sie ein Versteck ein. Die Verfolgten konnten dort kurz „untertauchen“ In zwei Jahren wurde so rund 800 Menschen das Leben gerettet.

Allerdings wurde 1944 die Familie ten Boom verraten. Sie kamen selbst ins Gefängnis und wurden schon bald in Konzentrationslager verschleppt. Corrie und ihre Schwester Betsi landeten zusammen in einer Baracke im KZ Ravensbrück.

Sie erlebten dort unbeschreibliches Unrecht und Grausamkeiten. Trotzdem versuchten sie als Kinder Gottes ihren Feinden freundlich und wertschätzend zu begegnen. (Das Böse mit Gutem zu erwidern.)

Den Mitgefangenen lasen sie aus der Bibel vor, erzählten von Jesus, beteten für sie. Besonders Betsi strahlte lebendige Hoffnung & Liebe aus. Corrie war von Wut und Hass gegenüber dem gemeinen Aufsichtspersonal geplagt. Sie konnte nicht begreifen, warum Gott sie und ihre Familie in dieses Elend hineinkommen lassen hatte.

Corrie verlor ihren Vater & Betsi, ihre Schwester – auch andere Familienmitglieder. Sie bat Jesus immer wieder, ihr zu helfen – den Hass loszuwerden. Ende 1944 wurde sie durch ein Wunder aus Ravensbrück entlassen. Damit endete der Film. >> Wisst ihr, wie es mit Corrie weiterging?

Jetzt zog sie (55) durch die Lande & predigte von Gottes Liebe. Sie bezeugte, wie Jesus sie durch die schwersten Jahre Ihres Lebens gebracht hatte. Nach einem Gottesdienst kam 1947 ein Mann auf sie  zu. Sie erkannte ihn sofort. Corrie beschreibt diesen Moment mit den Worten:

„Jetzt stand ich zum ersten Mal einem meiner Peiniger wieder gegenüber. Mein Blut schien zu gefrieren. Er sagte: «Sie sprachen von Ravensbrück. Ich war Wächter dort.» Er fuhr fort: «Ich bin Christ geworden.» Er streckte Corrie seine Hand entgegen und fragte: «Werden Sie mir vergeben?»“

>> Wie sollte das gehen? Hatte der nicht alles andere als Vergebung verdient?

Corrie berichtet weiter: „Sekunden stand ich wie gelähmt vor diesem Mann… Ich kämpfte in meinem Inneren: … dann erinnerte ich mich an eine Bibelstelle: «Wenn ihr den Menschen ihre Sünden nicht vergebt, dann wird der himmlische Vater im Himmel auch euch nicht vergeben» (Mt. 6,15). – Ich stand immer noch vor dem Mann.

Kälte umklammerte mein Herz. Doch Vergebung ist kein Gefühl, sondern in erster Linie ein Akt des Willens. Ich betete und hob die Hand. Ich betete darum, dass Gott mir das Gefühl der Vergebung schenken möge. Mit einer mechanischen Bewegung legte ich meine Hand in die Hand, die sich mir entgegenstreckte.

– Corrie hat sich entschieden, diesem Mann zu vergeben.

Dann geschah etwas Unglaubliches! Ein heißer Strom entsprang in meiner Schulter. Er lief meinen Arm entlang und sprang über in unsere beiden Hände. Mein ganzes Sein wurde von dieser heilenden Wärme durchflutet. Ich hatte plötzlich Tränen in den Augen und konnte sagen: «Ich vergebe dir! Ich vergebe dir von ganzem Herzen.»

– Wer mehr über Corrie erfahren möchte: Esther schreibt momentan eine Serie zu Corries Leben im Gemeindebrief (S. 13). Esther hat auch heute ein bisschen Material über Corrie zum Reinschauen mit.

>> Vergeltet nicht Böses mit Bösen, sondern überwindet das Böse mit Gutem! << Liebe Jugendlichen, liebe Festgemeinde – wir haben uns gerade zwei krasse Beispiele angeschaut, wie es Menschen gelungen ist, diesen göttlichen Rat zu befolgen.

Sie haben ihr ganzes Vertrauen auf Gott gesetzt; haben sich mit ihren Grenzen an Jesus gewandt. Fragend, klagend, weinend – am Rand der Verzweiflung! Jesus hat sie Schritt für Schritt weiter geführt.

Ich mache Euch – und uns allen hier – Mut, den kostbaren Rat unseres Herrn in seinem Wort ernst zu nehmen & entsprechend zu handel.

Das wird viel Gutes bewirken, in Deinem und meinem Leben, und weit darüber hinaus. Du und ich, wir werden durch die Kraft Christi in der Lage sein, Böses mit Gutem zu überwinden!

AMEN!