DREI – Das perfekte Team

DREI – Das perfekte Team – ist heute unser Predigtthema. Passend zum Sonntag Trinitatis (Dreieinigkeit). – Zu Pfingsten haben wir angeschaut, wie der Heilige Geist wirkt und wer er ist. Heute sehen wir uns an, wie der Heilige Geist, Gott Vater und sein Sohn Jesus Christus zusammenarbeiten.

>> Wie gut gelingen Dreierfreundschaften…?         Sehr gut? – mittel? – Gar nicht?

Als ich Kind war, gab mir meine Mutter folgenden Rat: Spiele am besten zu zweit oder zu viert, aber möglichst nicht zu dritt. Das funktioniert nicht gut.

Sicher gibt es auch unter Menschen gute Dreierfreundschaften. Ausnahmen bestätigen die Regel. – In einer Dreierkonstellation entwickeln sich die Beziehungen schnell unterschiedlich intensiv. Zwei können plötzlich besser miteinander – einer fühlt sich vernachlässigt und schon knirscht es im Getriebe.

DREI – Das perfekte Team: Von Gott Vater, Gott Sohn und Gott heiligem Geist können wir uns aufgrund eigener Erfahrungen nicht wirklich gut vorstellen. [Trotzdem haben sich Christen Ende des 4. Jahrhunderts mit dem sog. Apostolikum, entschlossen den Glauben an den dreieinigen Gott festzuhalten.] Doch wenn wir viele neutestamentliche Texte und auch einige aus dem Alten Testament im Zusammenhang auf uns wirken lassen, bekommen wir einen Ahnung: wie einzigartig diese drei zusammenarbeiten und sich dabei gegenseitig ergänzen.

Den Begriff: Trinität (Dreieinigkeit) finden wir in der Bibel nicht. Aber das,   was er beschreibt, wird in der Bibel sehr lebendig geschildert.

Ein Beispiel sehen wir uns heute dazu genauer an: Die Taufe von Jesus

Übrigens finden wir den Bericht darüber in allen 4 Evangelien: Matthäus, Markus & Lukas berichten dieses besondere Geschehen direkt und sehr ähnlich. Bei Johannes (1, 29 – 34) wird indirekt darauf eingegangen. Auch er zeigt: Dieser Momente im Leben von Jesus ist sehr bedeutsam. Ich lese aus Markus 1, 9 – 11:

9 Damals kam auch Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich im Jordan von Johan-nes taufen. 10 Noch während er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabfuhr. 11 Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: „Du bist mein lieber Sohn. An dir habe ich meine Freude!“ (Neue evangelistische Übersetzung, Karl-Heinz van Heiden)

Kurz und sachlich klingt das vielleicht in unseren Ohren. Für die Menschen, die das miterlebt haben, war das einzigartig und spektakulär. Dem griechischen Originaltext ist das noch besser abzuspüren.

Die einleitenden Worte übersetzt man am besten mit: Und es geschah in jenen Tagen (so Elberfelder Bibel). Das ist eine Formulierung, die bereits im AT auf besondere Ereignisse aufmerksam macht. – Wichtig ist dann noch zu wissen, was bei Johannes dem Täufer und seinen jüdischen Zeitgenossen mitschwang.

Zunächst klingt alles sehr trivial: Aus dem kleinen, unbekannten Dorf Nazareth kommt ein Mann. (Nazareth: 150 Einwohner. Wo das „Nest“ liegt, wird gleich noch ergänzt: Galiläa, im Norden Israels, zwischen Mittelmeer und See Genezareth; ca. 100 km von Taufstelle entfernt. Der Mann heißt Jesus.

Auch das ist nichts Besonderes. Jesus war ein Modename, den Eltern gern ihren Söhnen gaben. Dieser unbekannte Jesus lässt sich wie vielen andere von Johannes taufen.

Mt. (3,14) erinnert daran: Johannes lehnte erst mal ab, Jesus zu taufen. Begründung: „Du bist doch der, den ich die ganze Zeit angekündigt habe, der mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen wird. Ich habe nötig von Dir getauft zu werden.“

Die Taufe des Johannes, war eine Umkehrtaufe. Menschen erkannten, dass sie ohne Gott gelebt und vieles verkehrt gemacht hatten. Mit ihrer Taufe bezeugten sie, dass sie umkehren und ab sofort unter Gottes Regie leben wollten.

Jesus war von Anfang an (schon vor seiner Geburt und inzwischen sein ganzes Leben – ca. 30 Jahre) einzigartig mit Gott verbunden. >> Welchen Sinn hätte eine Umkehr-taufe da für ihn? … – Jesus wusste, Umkehr ist zwar ein wesentlicher Aspekt, aber es gibt auch noch andere.

Zu Johannes dem Täufer sagte er (Mt 3,15): „Lass es jetzt so geschehen! Denn so

gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ D. h. alles, was dem Plan Gottes, entspricht, haben Jesus und Johannes umzusetzen. Auch die Taufe.

+ Als Sohn Gottes hätte Jesus sie natürlich nicht nötig gehabt. Doch Jesus lebte als Mensch auf dieser Erde. Deshalb geht ER  beispielhaft jeden Schritt, der zu einem Leben mit Gott dazugehört. Gerade ER bekennt mit seiner Taufe, dass ER unter Gottes Regie leben wird.

Später erklärte Jesus seinen Jüngern: „Ich tue nichts von mir aus, sondern nur, was ich den Vater tun sehe.“ (Joh 5,19) Das ist sein Ziel, seine Gesinnung!

Zurück zu dem Text im Markusevangelium. Jesus wird von Johannes aus dem Wasser emporgehoben. Dann passiert das Wunderbare. Jesus sieht es, Johannes der Täufer auch: Der Himmel wird aufgerissen: der Vorhang zwischen sichtbarer & unsichtbarer Welt für einen Moment getrennt.

Gott erhört ein uraltes Gebet Jesajas. Wir finden den herzergreifenden Ruf in Jes. 63,19 und in den Versen davor und danach: „Herr, unser Gott und Vater, reiß den Himmel auf und komm herab!“

Seit ein paar Generationen vor Jesus offenbarte sich Gott nur selten. Das Volk Gottes litt wieder unter geistlicher Dürrezeit. Im alten Bund waren nur Einzel-personen: wie Könige, Priester oder Propheten durch den Heiligen Geist mit Gott verbunden. Jetzt währte bei ihnen schon lange ein großes Schweigen Gottes.

Plötzlich (Griech. Euthys) – dieses Wort hat bei Markus Signalcharakter. Es leuchtet wie ein Spot auf etwas sehr Bedeutsames! – Ähnlich, wie das „Siehe!“ im AT:

„Schaut euch das an! Erkennt doch! Gott, der Vater im Himmel durchbricht die Trennung. Er reißt den Himmel auf und sendet seinen Heiligen Geist – nicht als banale Taube – Nein, hier steht: Der HG kommt sichtbar wie eine Taube und lässt sich auf Jesus nieder!

+ Wir lesen das alles in wenigen Sekunden. Ich kann mir vorstellen: Jesus hat das wie in Zeitlupe erlebt!

Alle, die es mitbekommen oder davon erfahren, können sofort erkenn: Es ist soweit.

Der verheißene Geistträger (vgl. Jes 42,1) ist da. Doch das ist nicht alles. Gott persönlich setzt hier am Jordan noch ein starkes Signal. Er spricht aus, was das alles zu bedeuten hat.

Jesus hat sich mit der Taufe zu IHM bekannt. Nun bekennt ER sich vor allen hörbar zu seinem Sohn: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Wohlgefallen!“ „Du bist meine Freude. Ich mag Dich. Du handelst ganz in meinem Sinn.“

Mehrere Zitate – für Juden alles vertraute Worte – fließen hier zusammen:

  • Aus Psalm 2,7: „Du bist mein Sohn, heute habe ich Dich gezeugt!“ – dort wird es im Sinne von „adoptiert“ gebraucht. Für einen König, den Gott als seinen Sohn rein rechtlich angenommen hat.
  • Aus Jes 42,1: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich halte, und mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen Ich habe ihm meinen Geist gegeben; er wird das Recht unter die Heiden bringen.“

>> Fällt Dir etwas auf? Wer spricht hier über wen und zu wem? Gott zu seinem Sohn. Und Gott zu seinem erwählten Knecht. Von ihm ist öfter   bei Jesaja die Rede – alle Stellen deuten auf Jesus hin. Und auch der HG kommt hier vor. Er ist Kennzeichen des Gottesknechtes.

Ergänzt werden diese beide Teilzitate durch das spezielle griechische Wort Agapätos = Geliebter. Es steht in der gr. Übersetzung des Alten Testaments für „jachied“ = einzig geliebt, auserwählt, bevorzugt. (1 Mo 22,2.12.16 – Einziger Sohn Abrahams.) Es geht also um den exklusiven Sohn Gottes; den gibt es nur einmal. (Er zählt nicht zu den Vielen, die Gott wie einen Sohn angenommen hat.)

Die Kritiker von Jesus klagten ihn schwer dafür an, dass Jesus für sich in Anspruch nahm, buchstäblich Gottes Sohn zu sein (Joh 5,18 / Joh 10,33). Für den klassischen schriftgelehrten Juden war das undenkbar, ein Skandal (Gotteslästerung, Mk 14,64).

DREI – Das perfekte Team / Zusammenfassung:

Halten wir fest, wie Gott Vater – Sohn und Heiliger Geist bei der Taufe von Jesus zusammenwirken.

a) Jesus handelt hier ganz auf der Seite der Menschen. Obwohl er 1. Grades von Gott abstammt, steckt er buchstäblich in unserer Haut: Sichtbar, berührbar. Nirgends begegnet uns Gott der Vater näher als in Christus.

Jesus ist einer von uns geworden. Und doch lebte er als einziger Mensch komplett übereinstimmend mit Gottes Absichten. Er erfüllt den Willen des Vaters perfekt – freiwillig. Er bekennt sich vor allen zu Gott, seinem Vater.

b) Gott, Vater im Himmel, bleibt unsichtbar. Dor ER reißt den Himmel auf und offenbart seine einzigartige Vaterliebe. Er bestätigt: Dieser Jesus ist mein einziger Sohn. Ihn habe ich erwählt. Alle sollen erfahren: Jesus ist bevollmächtigt als Retter zu agieren: für sein Volk (und für Menschen aus allen Nationen).

c) Der Heilige Geist kommt aus der göttlichen Welt und verbindet Jesus mit seinem Vater im Himmel. Das hat er zwar die ganze Zeit schon getan; schon vor der Geburt von Jesus. Aber hier wird der HG für alle kurzeitig sichtbar. Und: ER weist Jesus eindeutig als den aus, den Johannes die ganze Zeit angekündigt hatte:

„Christus ist das Lamm, das der Welt Sünde trägt; und der mit Geist & Feuer taufen wird.“ (Mt 3,11 / Lk 3,16)

Es geht nicht um IHN, den HG, aber ohne ihn geht es nicht!

Für Jesus war seine Taufe am Jordan eine großartige Ermutigung! Übrigens fing Jesus so an, öffentlich unter seinen Landsleuten zu wirken – Klar: Und er blieb permanent eng verbunden mit Gott Vater und Heiligem Geist.

Dich und mich lädt er ein, uns von dieser besonderen Beziehung inspirieren zu lassen. Dass auch Du und ich hineinkommen in dieses geniale übermenschliche Miteinander. (Joh vgl. 17,21)

Diese Beispiel perfekter Zusammenarbeit von Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist, ist aus der Zeit von Jesus, als er hier als Mensch auf dieser Erde lebte. Nach Abschluss seines Auftrages auf dieser Erde kehrt er zu Gott zurück. Alle Vollmacht im Himmel und auf Erden ist ihm übergeben. Er regiert im Himmel.

Bereits in dieser Zeit schrieb Paulus an die Christen in Korinth folgenden Segensgruß

– Er deutet darauf hin, wie bis heute Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist ergänzend zusammenwirken (2 Kor 13, 13).

Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

AMEN!