Der Heilige Geist erfüllt

Predigt zum Pfingstfest 2020: Der Heilige Geist erfüllt…

(Lesung aus Apostelgeschichte 2 in Auszügen vor der Predigt)

„Was ist denn das, Papa, der >>Heilige Geist<<?“ fragt der Sohn beim „Homeschooling“ seinen Vater. Der wäscht gerade das Geschirr ab und kommt ins Grübeln: „Ähm, schwierig – so eine Art Algorithmus würde ich sagen…“

– Im Neuen Gemeindebrief gibt es diese schöne Grafik, gleich auf S. 2!

Was oder wer ist der Heilige Geist? – Wie handelt & was bewirkt er? Diese Fragen einmal zu stellen & zu beantworten passt natürlich zu Pfingsten ganz besonders. Denn Pfingsten ist das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes.

Pfingsten heißt auf Griechisch Pentecoste – was so viel wie „50.“ bedeutet. Am 50. Tag nach dem jüdischen Passahfest feierten die Juden das Fest der ersten Weizenernte. Eine Art Erntedankfest war das also. Dazu kamen viele nach Jerusalem.

In dem Jahr, als Jesus gekreuzigt wurde und auferstand, passierten zu Pfingsten außergewöhnliche Dinge. Das Wesentliche haben wir gerade aus der Apostelgeschichte Kapitel 2 gehört. Petrus erklärte seinen Zuhörern, wer Jesus ist: Der langersehnte & von Gott gesandte Retter; gekommen, um Menschen von Sünde zu befreien.

Petrus erklärt, warum Jesus starb und dass er auferstanden ist. Jeder, der umdenkt; der umkehrt von seinen Wegen ohne Gott und an Christus, den Sohn Gottes, glaubt & ihm nachfolgt; jeder, der sich von Herzen für ein Leben unter der Regie von Jesus entscheidet:

  • erfährt Vergebung, empfängt den Heiligen Geist
  • und wird so Gottes geliebtes Kind.

3.000 Menschen bringen ihren Entschluss, Jesus nachzufolgen, noch am selben Tag zum Ausdruck. Sie lassen sich taufen. Ab sofort gehören sie zur Familie Gottes – der Gemeinde von Jesus Christus – dazu. Mit der Predigt lade ich Dich ein, mal genau zu schauen, was der Heilige Geist bewirkt und als wer er zu erkennen gibt.

Meine Überschrift lautet: Der Heilige Geist erfüllt…

  1. Der Heilige Geist erfüllt das Haus – mit einem übernatürlichem Wind. Plötzlich setzte vom Himmel her ein Brausen ein. Es klang wie das Tosen eines heftigen Sturms & erfüllte das ganze Haus, in dem sie zusammensaßen. (Apg 2,2)

Der Wind [Hebräisch übrigens Ruach = Wind und Geist] ist ein äußeres Zeichen. Die Leute fragen sich: „Was ist da los?“ und strömen neugierig zusammen.

  1. Der Heilige Geist erfüllt die Apostel – auch dafür gibt es ein äußeres Zeichen:

Sie sahen etwas, das wie Feuerzungen aussah, sich zerteilte und sich auf jeden Einzelnen von ihnen setzte. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen auf einmal an, in fremden Sprachen zu reden, so wie es ihnen der Geist eingab. (Apg 2,3.4) Feuerflammen, die nichts verbrennen, markieren die Apostel.

Dieses heilsame „Feuer Gottes“ durchdringt sie; Für Lukas ist klar: Es ist der Heilige Geist. ER erfüllt und verändert das Innere der Apostel. In Apg 1, 4 + 5 erinnert Lukas:

Einmal aß er (Jesus, der Auferstandene) mit ihnen zusammen. Dabei wies er sie an, Jerusalem nicht zu verlassen. „Wartet, bis die Zusage des Vaters in Erfüllung geht, die ihr von mir vernommen habt: ,Johannes hat mit Wasser getauft, aber ihr werdet schon bald – in ein paar Tagen – mit dem Heiligen Geist getauft werden.'“

Und in Apg 1, 8: Wenn aber der Heilige Geist auf euch gekommen ist, werdet ihr Kraft empfangen und als meine Zeugen auftreten: in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und bis in den letzten Winkel der Welt.“

Hier in Jerusalem, an diesem besonderen Pfingstfest geht es los: Die Apostel fangen an zu reden – über Jesus, wer er ist & was Gott durch IHN alles Wunderbares getan hat. Von der Predigt des Petrus & den Reaktionen darauf, habe ich gerade berichtet. Der Heilige Geist bewirkt eine Dynamik, mit der hat keiner gerechnet.

Die einst eingeschüchterten & ängstlichen Jünger verkünden jetzt frei und mutig, was sie bei Jesus gelernt haben. Und sie sprechen in Sprachen, die sie zuvor noch nie gesprochen haben. Die Zuhörer sind irritiert & überwältigt.

Wer aufmerksam ist, stellt sofort fest: Hier ist Gott persönlich am Werk. Das kann kein Mensch inszeniert haben. Bereits jetzt ist etwas ganz Entscheidendes sichtbar, das der Heilige Geist bewirkt – der 3. Punkt

  1. Der Heilige Geist erfüllt die Verheißungen von Jesus…

Zwei konkrete Beispiele haben wir schon gesehen: Die Kraft des Heiligen Geistes hat die Apostel erfasst. Und: Sie bezeugen wirksam, was sie mit Jesus erlebt haben – angefangen in Jerusalem. Wie Jesus vor ein paar Wochen angekündigt hat.

Der Heilige Geist erfüllt die Verheißungen von Jesus… Das sehen wir uns an vier weiteren Beispielen an:

Drei Jahre hatten die Jünger Intensivtraining bei Jesus. Er wusste genau: Das wird nicht reichen. Vieles hatten sie noch gar nicht verstanden. Anderes schnell wieder vergessen. Wie könnten sie so jahrzehntelang bis an ihr Lebensende Jesus nachfolgen, wenn er nicht mehr bei ihnen ist?

Es lief ja schon vieles „verquer“, als er nur mal drei Tage fehlte! Zudem: Wie sollten die Apostel in der Lage sein, nachfolgende Generationen für Jesus zu gewinnen und sie in das Leben mit Jesus einzuführen? Ohne Jesus – unmöglich. Jesus hatte selbst betont (Joh 15,5): „Ohne mich könnt ihr nichts tun!“

Deshalb hatte seinen Jüngern längerfristig angekündigt (Joh 14,26): Aber der Beistand, den der Vater in meinem Namen senden wird, der Heilige Geist, wird euch alles Weitere lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

+ Auch das erfüllt sich bereits zu Pfingsten. Der Heilige Geist lehrte und erinnerte Petrus u. die anderen, welche Botschaft von Jesus sie weiterzugeben haben.

Ich bin überzeugt: Auch beim Aufschreiben der Evangelien hat der Heilige Geist die Autoren erinnert, was sie mit Jesus erlebt haben. Er öffnete ihnen die Augen für alle wesentlichen Zusammenhänge; so dass sie verstehen & aufschreiben konnten, was Jesus für uns Menschen so am Herzen liegt.

Wir finden Lehrreden in der Apostelgeschichte. Wie Petrus einem römischen Beamten und seinen Leuten erklärt (Apg 10): Christus ist gleichermaßen für die Juden und Griechen gestorben und auferstanden. Er rettet jeden, der sein

Vertrauen auf Christus setzt. Mit einer Vision bereitete Gott durch den Heiligen Geist Petrus auf diesen großen Schritt vor.

Die Briefe der Apostel dokumentieren, wie sie durch den Heiligen Geist in der Lage waren, auch Jahre nachdem Jesus auf dieser Erde war, von IHM her in das Leben der Gemeinden hineinzusprechen. – Ohne HG unmöglich.

Das ist bis heute so: Erst durch den Heiligen Geist können wir glauben und verstehen, was wir in der Bibel lesen. Er macht das für Dich und mich lebendig – dass wir plötzlich spüren: Hey, da geht es ja um mich und mein Leben! In Johannes 16, ab Vers 7 lesen wir auch, wie Jesus den Heiligen Geist beschreibt:

…glaubt mir: Es ist das Beste für euch, wenn ich fortgehe. Denn wenn ich nicht wegginge, käme der Beistand nicht zu euch. Wenn ich jedoch fortgehe, wird er kommen, denn ich werde ihn zu euch senden. Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen. Er wird den Menschen die Augen öffnen über Sünde, Gerechtigkeit und Gericht. … 12 Ich hätte euch noch so viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht tragen. Wenn dann jedoch der Geist der Wahrheit gekommen ist, wird er euch zum vollen Verständnis der Wahrheit führen. Denn er wird nicht seine eigenen Anschauungen vertreten, sondern euch nur sagen, was er von mir hören wird, und euch verkündigen, was kommen wird. Er wird meine Herrlichkeit sichtbar machen, denn was er euch verkündigt, hat er von mir empfangen.“

Wir könnten noch manches zusammentragen, was der Heilige Geist unternimmt, damit wir überhaupt Christus nachfolgen können. Wenn wir zu Jesus gehören, bezeugt der Heilige Geist z. B. in Deinem und meinem Inneren, dass wir Gottes Kinder sind (Rö 8, 16). Und er tritt für uns vor Gott ein.

Jesus sagte einmal zu Petrus: Ich habe für Dich gebetet, dass dein Glaube nicht zugrunde geht. (Lk 22,32) Später schreibt Paulus genau das vom Heiligen Geist: „… der Geist Gottes nimmt sich auch unserer Schwachheit an, denn wir wissen nicht, wie man richtig beten soll. Er tritt mit einem Seufzen für uns ein, das man nicht in Worte fassen kann. (Römer 8, 26)

Wie gesagt: Das hier ist nur ein Ausschnitt dessen, was der Heilige Geist alles bewirkt. Aber allein diese Beispiele zeigen: Der Heilige Geist ist lebensnotwendig für uns als Gotteskinder. Nur durch ihn können wir überhaupt Gottes Kinder werden. (vgl. Joh 3,5)

Für mich weisen alle diese Punkte daraufhin: Der Heilige Geist, ist viel mehr als ein Algorithmus (ein bestimmtes, festgelegtes Verfahren), auch mehr als eine unpersönliche Kraft. Im Gegenteil. In der Bibel – einiges haben wir uns davon angeschaut – wird er uns als Person neben Gott Vater und Gott Sohn beschrieben:

– Ich erlebe ihn wie Öl im Getriebe, in der Familie, in der Gemeinde und in der Nachbarschaft. Wenn ich z. B. von einer Person träume, für sie bete, dann anspreche und erfahre wie wichtig es für sie war, dass ich sie angesprochen haben. Dann freue ich mich, dass der Heilige Geist mich dazu bewegt hat.

– Ich erlebe ihn wie ein Tragseil im Sturm. Stell Dir eine Rettung aus Seenot vor. Unten toben Wind und Wellen – und durch das alles hindurch wird der Gerettete an einem stabilen Seil nach oben gezogen. Durch das Vertrauen zu Gott kann uns uns der Heilige Geist aus größten Schwierigkeiten herausziehen.

„.. alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“ (1. Joh 5,4)

Ich erlebe den Heiligen Geist wie einen reinigenden Regen: ER überführt, zeigt, was nicht in Ordnung ist – anschließend schenkt er unserer Seele klare Sicht.

Der Heilige Geist begegnet uns als Leiter / Lehrer / Beistand / Tröster / Anwalt, der ermutigt & korrigiert / Gabengeber / vielfältige Kommunikator zwischen Gott, Jesus und uns. – Der Heilige Geist nimmt alle diese Aufgaben als Stellvertreter von Jesus bei uns wahr. Und er vertritt uns, wie wir gesehen haben auch vor Gott.

Manche Christen behaupten: Der HG sei keine Person. Sie begründen das unterschiedlich. Sie blenden dabei viele biblischen Aussagen aus, die darauf hinweisen, dass der Heilige Geist neben Gott Vater und Gott Sohn als 3. göttliche Persönlichkeit handelt.

Eindeutig ist die Botschaft von Jesus: Der Heilige Geist kommt von Gott, dem Vater. Er wurde von IHM und Jesus auf diese Erde gesandt und ist auf engste mit Gott Vater und Sohn verbunden. Wie sie zusammenarbeiten, sich ergänzen – dazu sehen wir uns nächsten Sonntag (Trinitatis) zwei Beispiele aus der Bibel an.

Jetzt sind wir eingeladen: Du und ich. Uns bewusst im Lobpreis und der Zeit der Anbetung für Wirken Gottes durch seinen Heiligen Geist zu öffnen. Dass wir Ihn bitten, uns zu leiten, seine Gaben in uns zu entfalten. Dass wir uns von Herzen IHM ausliefern, damit sein guter Einfluss in Dir und mir weiter wächst.

AMEN!

(Pastor Dirk Hochsprung)