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Liebe Freunde und Geschwister unserer Gemeinde,

„Das kann und darf doch wohl nicht wahr sein?!“ – Gefühlt viel zu oft kamen mir in den letzten zehn Tagen genau solche Worte in den Sinn. Nahezu täglich, manchmal stündlich neue Nachrichten, die irgendwie mit dem Coronavirus zu tun haben und sehr herb unseren Alltag durchkreuzen. Privat, beruflich, schulisch, geschäftlich, gesellschaftlich und nicht nur in unserer Gemeinde läuft vieles gerade so, wie wir uns das niemals ausgemalt haben. Ein umfassendes Versammlungsverbot, abgesagte Gottesdienste und Feiern jeder Art, direkte menschliche Zusammenkünfte auf ein Minimum reduziert, die meisten Geschäfte spätestens ab heute geschlossen… Jeder von uns hat auf irgendeine Weise von diesen umfassenden Vorsichtsmaßnahmen vernommen. Jeder ist in irgendeiner Form betroffen – und das nahezu weltweit. Z. B. unser Freund Jonathan aus Togo (Afrika) schrieb uns die Tage, dass auch in Lomé die Gemeindehäuser geschlossen sind…

Mich stimmt das alles traurig, z. T. ärgerlich – über manches schüttele ich innerlich den Kopf. Einige sind wütend, andere von Ängsten geplagt, manche von Einkaufswahn gesteuert. Wir empfinden Irritation und Hilflosigkeit. Was wird am Ende gravierender sein? Die gesundheitlichen Auswirkungen des Virus oder die Folgen der rigorosen Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung? Wir wissen es nicht und selbst Wissenschaftler und Fachleute können darüber nur theoretische Modelle konstruieren und gewisse Annahmen postulieren. Viele bekannte aber auch unvorhersehbare Faktoren spielen in den nächsten Wochen und Monaten maßgeblich eine Rolle. Wie werden sich die (wir) Menschen verhalten? Was wird Gott zulassen, was wird Jesus tun? Gibt es bald Erfolge bei der Suche nach einem Heilmittel oder Impfstoff?

Bei allen Fragen, die offen sind und bei allen Unsicherheiten, die bleiben: Als Kinder Gottes und als Gemeinde wissen wir, unser Leben ist in Gottes Hand. Ich habe die Tage insbesondere mit unseren älteren Geschwistern telefoniert. Von ihnen habe ich mehrfach Worte gehört wie: „Ich warte ab, und was kommt, nehme ich aus Gottes Hand.“ „Unser Leben liegt in Gottes Händen.“ „Ob ich noch einige Zeit weiterlebe oder durch das Coronavirus schon bald bei Jesus bin, Gott macht es gut mit mir. Ich vertraue ihm.“ Solche Sätze stiften Mut, Trost und Zuversicht. Sie zeigen, wie hilfreich es ist, mit Jesus verbunden und von IHM getragen zu sein. Nur bei IHM finden wir wirklich Halt und Frieden trotz aller berechtigten Ängste und Sorgen, die uns natürlich bewegen, wenn wir die aktuelle Entwicklung betrachten. Wir leiden innerlich mit denen, die schwer erkrankt sind und mit denen, die bereits Angehörige und Freunde verloren haben oder plötzlich wirtschaftlich in Existenznot geraten.

In dieser Zeit ist es sehr wichtig Trost, Kraft, Halt, Orientierung bei Jesus zu suchen und zu finden. Wir wollen unsere geistliche Verbundenheit als Gemeinde Jesu in der Gemeinschaft von Freunden und Geschwistern angesichts vielfältiger Einschränkungen nun in veränderter Form weiter praktizieren und vertiefen. Mittwochabend haben wir uns in der Gemeindeleitung auf Folgendes verständigt

1) Statt des sonntäglichen Gottesdienstes (der ja momentan untersagt ist), lasst uns dort, wo wir wohnen, sonntagvormittags Andachten in Familiengemeinschaft feiern. Angebote und Empfehlungen für diese Zeiten senden wir Euch möglichst bis Samstagnachmittag zu. (Z. B. Links zu einem Live-Gottesdienst oder den Hinweis auf ein aktuelles Predigt-Podcast auf unserer Gemeinde-Homepage, mögliche Bibeltexte, ein paar Fragen zur Betrachtung, Liedvorschläge u. a.)

2) Lasst uns regelmäßig füreinander, für unser Land und die weltweite Situation beten. Es gibt bereits verschiedene Aufrufe zum Gebet. Z. B. von der Evangelischen Allianz, täglich 20:20 Uhr und vom Gebetshaus Augsburg, täglich 21 Uhr. Mein Hauptwunsch und Gebet ist, dass viele zum Nachdenken kommen, echten Halt suchen und diesen im Vertrauen zu Gott und Jesus finden.

3) Anstelle der weitgehend eingeschränkten persönlichen Begegnungen lasst uns bewusst mehr die modernen und auch klassischen Mittel der Kommunikation nutzen: Telefon, Smartphone, soziale Netzwerke, E-Mails, Briefe, Postkarten… – Seid sehr kreativ dabei und lasst uns unbedingt darauf achten, unsere Alleinlebenden einzubeziehen. Wenn alle damit einverstanden sind, können einzelne auch gern in eine Familiengemeinschaft eingeladen werden.

4) Bitte meldet Euch, wenn Ihr Fragen, Wünsche oder Anregungen habt oder Unterstützung z. B. bei der Versorgung mit Lebensmitteln oder Medikamenten wünscht. Gerade jetzt sind wir besonders füreinander da und wollen uns umeinander kümmern. Einige von uns haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, telefonisch Kontakt zu pflegen oder ganz praktisch zu helfen.

Im Übrigen bitten wir Euch, die erlassenen Schutzmaßnahmen, wie Abstand und Hygieneanweisungen zu beachten. Das trägt dazu bei, eine allgemeine Ausgangssperre in unserem Land möglichst zu vermeiden.

Vor allem aber lasst uns „aufsehen zu Jesus Christus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens“. Mit diesen Worten aus Hebr. 12,2 seid alle herzlich gegrüßt und gesegnet.

Im Namen Eurer Gemeindeleitung, Erdmute und Dirk